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  • Sepp Schiebel

Der Ton wird rauer - neue Terminplanungen

Nach Bekanntgabe des "2. Lockdowns" kamen die ersten Diskussionen auf. Können die fünf Regionalligen im Bereich des DFB als "Profiligen" angesehen werden? Neben der Regionalliga Bayern wurde auch der Spielbetrieb im Südwesten eingestellt. Vom ehemaligen Bundesligisten und auch "früherem insolventen" Verein Kickers Offenbach wurde umgehend angekündigt vor die öffentlichen Gerichte ziehen zu wollen. Nicht weniger als 22 Mannschaften nahmen im September den Spielbetrieb in der RL-Südwest auf und so mancher Verein konnte erst elf Pflichtspiele absolvieren. Bis Mitte Mai 2021 müssten somit noch 31 Spieltage durchgeführt werden. Auch diese Saison 2020/21 ist somit in Gefahr.


Etwas anders stellt sich die Situation in der Regionalliga Bayern dar. Die Saison 2019/20 war im März dieses Jahres nicht abgebrochen worden und die Restsaison wurde im September fortgesetzt. Im November musste die Saison erneut unterbrochen werden, was einigen Vereinsvertretern sauer aufstößt. Schweinfurts Präsident Markus Wolf ließ zu Beginn des "Lockdowns" verlauten, dass man "unbedingt" im Dezember wieder den Spielbetrieb aufnehmen solle. Jetzt hat Marcel Rozgonyi, Sportdirektor der SpVgg Oberfranken Bayreuth, nachgelegt: "Wir betreiben hier Leistungssport. Und um das alles machen zu können, brauchen wir natürlich Zuschauer. In der Regionalliga muss der Leistungsgedanke wieder mehr verfolgt werden. Der größte Fehler, den der Verband macht, ist, sich an den kleinen Vereinen zu orientieren. Der BFV muss sich an den Besseren orientieren. An dieser Stelle müssen dann auch Parameter festgelegt werden, die besagen: Das müsst ihr erfüllen, wenn ihr 4. Liga spielen wollt. Wir haben Vereine in der Liga, deren Kommune null Interesse am Fußball zeigt. Die wollen lieber verhindern als anzuschieben. Das kann es nicht sein." Schon einmal in Rage legt der ex-Bundesligaprofi nach: "Das ganze Gebilde muss reformiert werden. Wir brauchen bundesweit nur drei Regionalligen mit Mannschaften, die Fußball spielen wollen. Diejenigen, die Feierabend-Fußball betreiben wollen, können das ja gerne machen. Aber eben dann in einer anderen Liga. Ich kann die Offenbacher Kickers sehr gut verstehen, die in der Südwest-Staffel gerade daran verzweifeln, dass einige wenige kleine Klubs die ganz Liga lahmlegen."


Sepp Schiebel, Pressewart beim VfB Eichstätt, kann bei diesen Aussagen nur den Kopf schütteln: "So weit ich mich erinnern kann, musste neben den Offenbacher Kickers auch die SpVgg Bayreuth 2008 in der damaligen Bayernliga Insolvenz anmelden. Sie verfügen über ein "Städtisches Stadion" und haben vor und während der "Pandemie" wohl beim Sponsoring mächtig profitiert. Ich persönlich finde solch ein "egomanes Verhalten" abstoßend. Der VfB Eichstätt ist wahrlich ein "kleiner Verein". Wir waren in der Saison 2018/19 das Salz in der Suppe und wurden Bayerischer Amateurmeister. Sollen wir jetzt auf "Feierabendfußball" umschalten? Nicht nur der VfB Eichstätt kämpft um das finanzielle Überleben, sondern wohl auch die meisten Vereine in der Regionalliga Bayern. Sollen doch die Bayreuther aufsteigen, wenn sie es sportlich schaffen."


Der Bayerische Fußballverband hat bereits den vorläufigen Spielplan für den Ligapokal und die Meisterschaft in der RL-Bayern vorgestellt. Demnach konnte sich der VfB Eichstätt durch das 2:2 bei der SpVgg Oberfranken Bayreuth und dem 3:1 Heimerfolg gegen den 1. FC Nürnberg II für die Zwischenrunde qualifizieren. Die Rückspiele wurden aus terminlichen Gründen gestrichen. Hier trifft der VfB in Gruppe 1 auf Viktoria Aschaffenburg, TSV 1860 Rosenheim und dem FC Memmingen. Es wird nur eine Einfachrunde gespielt, wobei dem VfB zwei Heimspiele zugeteilt wurden. So soll bereits am 13. Februar das Heimspiel gegen den FC Memmingen stattfinden. Eine Woche später folgt das Auswärtsspiel beim TSV 1860 Rosenheim und am 27. Februar wäre Vikt. Aschaffenburg zu Gast im Liqui-Moly-Stadion. Die beiden Gruppenersten würden sich für das Viertelfinale qualifizieren.


Der erste offizielle Spieltag in der RL-Bayern ist auf den 27. März terminiert. An diesem 28. Spieltag wäre der VfB spielfrei. Der 34. und somit letzte Spieltag ist auf den 08. Mai 2021 festgelegt.