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  • Sepp Schiebel

Auswärtssieg!!! SV Türgücü München - VfB 0:1 (0:0)

Für eine faustdicke Überraschung sorgte der VfB Eichstätt am 11. Spieltag in der Regionalliga Bayern und gewann beim selbsternannten Aufstiegsanwärter SV Türkgücü München durch einen Treffer von Atdhedon Lushi (69.) mit 1:0 (0:0). Einziger Wermutstropfen war der Platzverweis für Dominik Wolfsteiner in der 89. Spielminute, als er von Schiedsrichter Andreas Hummel für ein Foulspiel an der Mittellinie die Rote Karte sah.


In dieser Spielzeit konnte Türkgücü alle fünf Heimspiele für sich entscheiden und saisonübergreifend blieb man vor eigenem Publikum sogar 22 Pflichtspiele ohne Niederlage. Dass ausgerechnet die Elf von Trainer Markus Mattes diese Serie knacken würde, war nach zuletzt vier sieglosen Spielen (davon aber drei Unentschieden) so nicht zu erwarten. Ein enttäuschter Reiner Maurer, Trainer der Münchener, fand nach dem Spiel klare Worte: "Meine Mannschaft hat schlecht gespielt. Nur eine klare Chance in einem Spiel ist zu wenig, auch wenn wir wussten, dass Eichstätt in der Defensive sehr gut organisiert ist. Der Sieg für den Gegner ist nicht unverdient." Ähnlich beurteilte Markus Mattes die Leistung seiner Mannschaft, jedoch genau umgekehrt: "Wir sind sehr zufrieden mit den drei Punkten und unserer Leistung. Wir haben keine Räume angeboten und so gut wie nichts zugelassen. Unter dem Strich sehe ich unseren Sieg als nicht unverdient an."


Nach der 0:1 Heimniederlage gegen die SpVgg Bayreuth hatte Mattes vier personelle Änderungen vorgenommen. Dominik Wolfsteiner kehrte für den verletzten Sebastian Graßl auf seine angestammte Position in der Viererkette zurück und Lucas Schraufstetter stand neben Benjamin Schmidramsl in der Innenverteidigung. Im Mittelfeld kam Jakob Zitzelsberger von Beginn an zum Einsatz und nach vier Wochen Verletzungspause war Philipp Federl wieder Taktgeber im Mittelfeld. Für Julian Kügel begann der zuletzt beruflich fehlende Lushi in der Offensive. Die taktische Ausrichtung befolgte die Mannschaft konsequent. Frühes Stören, griffig in den Zweikämpfen und nicht die Ordnung verlieren, so lauteten die Kernpunkte von Markus Mattes.


Die ersten Torraumszenen gehörten dann auch den Gastgebern. In der 7. Minute verzog Furkan Kircicek in aussichtsreicher Position und wenig später war Torhüter Felix Junghan auf dem Posten, als er einen Schuss von Marco Holz aus 16 Metern Torentfernung sicher entschärfen konnte. Der VfB blieb gelassen und versuchte immer wieder kleine Nadelstiche zu setzen. In der 23. Minute war es aber ein ganz "dicker Bohrer", der eigentlich das 0:1 hätte bringen müssen. Zuerst versemmelte Lushi nach Zuspiel von Jakob Zitzelsberger aus zwei Metern, das Leder fiel Zitzelsberger vor die Füße und der traf aus einem Meter Torentfernung nur den Pfosten.


Kurz vor dem Halbzeitpfiff musste dann noch einmal Felix Junghan zupacken, als er einen zentral abgefeuerten Schuss von Stefan Wächter aus dem rechten Toreck fischte.


Der VfB blieb seiner Linie treu und stand auch nach dem Seitenwechsel sehr kompakt. Wolfsteiner scheiterte nur knapp am starken Fußreflex von Torhüter Franco Flückiger. Dennoch erhöhten die Gastgeber das Tempo, doch in Strafraumnähe war meist Endstation. In der 59. Minute räumte der völlig abgemeldete Patrick Hasenhüttl für den 21jähren türkischen Nationalspieler Ilker Yüksel das Feld. Zuletzt glänzte Hasenhüttl noch mit drei Toren und führt momentan mit acht Treffern auch die Torschützenliste in der Regionalliga Bayern an. Brenzlig wurde es nur einmal und mit letztem Einsatz bewahrte Lucas Schraufstetter den VfB vor einem Rückstand. Der ehemalige Fürther Benedikt Kirsch tauchte frei im Strafraum auf, ehe die Fußspitze von Schraufstetter den Rückstand verhinderte (64.).


Der VfB überstand auch diese Drangphase der Gastgeber und schlug in der 69. Minute mit dem 0:1 durch Lushi eiskalt zu. Vorausgegangen war die tolle gemeinsame Balleroberung von Federl und Fries auf Höhe der Mittellinie. Das schnelle Umschaltspiel über Fabian Eberle brachte Lushi auf Linksaußen in Ballbesitz. Dessen Zuspiel legte Fries mit der Hacke erneut für Lushi auf und dessen Kracher aus 18 Metern Torentfernung schlug unhaltbar für Flückiger hoch im rechten Eck ein. Dieser Treffer entlockte auch Trainer Mattes ein Schmunzeln: "Ich habe gar nicht gewusst, dass "Ati" so scharf und weit schießen kann!"


Die Reaktion der Gastgeber blieb weitestgehend aus. Die Abwehr des VfB mit "Turm" Benni Schmidramsl hielt dem Druck stand. In der 86. Minute hatte sogar Christian Heinloth die Entscheidung auf dem Fuß, doch Alexander Sorge kratzte das Leder für seinen bereits geschlagenen Torhüter noch von der Torlinie. Unnötig spannend machte es dann noch der Unparteiische, als er Dominik Wolfsteiner für ein Allerweltsfoul an der Mittellinie an Kilian Fischer mit Rot vom Platz stellte und zudem eine fünfminütige Nachspielzeit anzeigte. Aber auch diese wurde schadlos überstanden und der erste Auswärtsdreier in dieser Saison war unter Dach und Fach.


VfB: Junghan - Wolfsteiner, Schraufstetter, Schmidramsl, Lamprecht - Fries, Federl, Zitzelberger - Heinloth (90. Istrefi), Eberle (85. Waffler), Lushi (80. Kügel)

SV Türkgücü München: Flückiger, Erb (71. Yasin Yilmaz), Velagic, Sorge, Fischer, Kirsch, Wächter (75. Lappe), Rabihic, Hasenhüttl (58. Yüksel), Kircicek


SR: Andreas Hummel (Betzigau)

Zuschauer: 386

Tore: 0:1 (69.) Atdhedon Lushi

Gelbe Karten:

VfB: Zitzelsberger, Lushi, Federl - Türkgücü: Kirsch, Kirciek

Rote Karte: Dominik Wolfsteiner (89.) VfB