Würzburger Kickers - VfB 1:0
- Sepp Schiebel

- 17. Aug. 2025
- 3 Min. Lesezeit
Knapp über 1900 fanatische Zuschauer waren in die AKON Arena gekommen und nach 98 Spielminuten zitterten sich die Würzburger Kickers in doppelter Unterzahl zu einem knappen aber dennoch verdienten 1:0 (1:0) Heimerfolg gegen den VfB Eichstätt.
Beim VfB ersetzte der genesene Elias Herger den unter der Woche leicht angeschlagenen Ferat Nitaj und die taktische Ausrichtung von Trainer Dominik Betz passte von Beginn an. Der VfB hielt zu Beginn gut dagegen und versuchte den Favoriten durch hohes Pressing und Zweikampfstärke zu Fehlern zu zwingen. Es gab zunächst auch gute Umschaltmomente, die aber nicht konsequent abgeschlossen wurden. Die Kickers legten ab der 20. Minute eine Schippe drauf und der VfB stemmte sich gegen den Rückstand. Chancen blieben allerdings Mangelware und Felix Junghan musste kaum eingreifen. Glück dann nach einem tollen Sololauf von Jermain Nischalke, dessen Abschluss nur um Zentimeter am langen Pfosten die Führung verpasste. Wenig später visierte Edeltechniker Eroll Zejnullahu mit einer Direktabnahme nur den Pfosten an. Diese Druckwelle der Kickers war überstanden, doch in der 38. Minute fiel dann doch das 1:0. Freistoßflanke von Zejnullahu auf den zweiten Pfosten, die Direktabnahme von Dominik Meisel landet am Querbalken und den Abpraller schießt Marius Uhl per Direktabnahme zum "Tor des Tages" ein.
Die Enttäuschung von Domi Betz war entsprechend: "Das Gegentor war vermeidbar. Der Ball war lange in der Luft und hätte verteidigt werden müssen. Das Tor müssen wir uns ankreiden lassen."
Mit deutlich mehr Mut kam der VfB unverändert aus der Halbzeitpause. Fast, aber nur fast, hätte es in der 47. Minute den Ausgleich gegeben. Ein Seitenwechsel erreichte Alexander Beusch, der zog nach innen und sein Flachschuss strich haarscharf am Pfosten vorbei. Torhüter Johann Hipper (früher 1860 München) wäre wohl machtlos gewesen. Würzburg nahm wieder Fahrt auf.
Ferat Nitaj ersetzte Jonathan Grimm und wenig später kam Dominik Wolfsteiner für Johannes Mayer ins Spiel. Sowohl Grimm als auch Mayer waren bereits in der ersten Halbzeit mit Gelb verwarnt worden. Mayer hatte es mit Tarsis Bonga zu tun und steigerte sich anfänglichen Schwierigkeiten enorm. 197 cm Körpergröße und 93 kg und dann auch noch mit hervorragender Technik ausgestattet muss man erst kontrollieren können.
Dann stand Zejnullahu im Mittelpunkt. Nach einem fast perfektem Schlenzer aus 17 Metern Torentfernung landete sein Schuss nur an der Querlatte und den Nachschuss von Nischalke lenkte Felix Junghan zur Ecke. Zwei Minuten später (70.) sah Zejnullahu Gelb-Rot. Direkt vor den Augen des Unparteiischen griff er in Ballbesitz ins Gesicht von Lucas Schraufstetter und musste zum Duschen. Die Ultras und der komplette Würzburger Anhang tobte.
Der VfB wurde mutiger, aber Würzburg verteidigte geschickt. Keine Stellungsfehler, kein Fehlpass und sehr kopfballstark.
Die Schlussphase hatte es dann in sich. In der 87. Minute hätte der eingewechselte Tim Kraus auch Rot sehen können, wenn nicht müssen. Rücksichtslos und mit gestrecktem Bein traf er Jonas Fries am Oberschenkel. Schiedsrichter Marcel Krauß beließ es bei Gelb. Drei Minuten später, Kraus hat wohl nichts aus der vorausgegangenen Aktion gelernt, muss er mit Gelb-Rot vom Platz. Wieder war Jonas Fries das "Opfer", als er ohne Hemmung und erneut rücksichtslos den Zweikampf suchte. Dem Unparteiischen blieb nichts anderes übrig - Gelb-Rot für Tim Kraus. Rudelbildung und ein wüstes Durcheinander. Das Stadion brodelte und "Schieber-Rufe" (ich dachte schon die bejubeln mich) hallten durch die AKON Arena. Acht Minuten Nachspielzeit! Für die Rudelbildung gab es gleich dreimal Gelb (2 zu 1 für Würzburg).
Würzburg verteidigte mit Mann und Maus, nahm in jeder Aktion Zeit von der Uhr, während der VfB Angriff auf Angriff startete. Seitenwechsel, Flanke, Kopfballabwehr und nächster Versuch. Es half nichts. Nur einmal verlängerte Lucas Schraufstetter eine Flanke, doch Ferat Nitaj kam den berühmten Schritt zu spät. Die Fans der Kickers jubelten nach dem Abpfiff als hätte man die "Meisterschaft" gewonnen. Erleichterung machte sich breit.
Der VfB konnte trotz der Niederlage mit erhobenen Hauptes die Heimreise mit dem neuen Bus antreten. Großartige kämpferische Leistung und in Unterfranken den 30 Grad getrotzt. Ich hab mich vor dem Spiel mal bei Würzburgern Spielern erkundigt. Täglich Training, manchmal auch zweimal am Tag. Da trägt niemand eine Sporttasche, hier sind "Kulturbeutel" gefragt.
Danke Jungs für ein sehr gutes Spiel!
VfB: Junghan, Mayer (65. Wolfsteiner), Fatiras, Bösl, Lamprecht (82. Fries), Grimm (58. Nitaj), Schraufstetter, Herger, Schittler, Meixner (76. Mutove), Beusch





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