VfB - Würzburger Kickers 1:1
- Sepp Schiebel

- 29. März
- 3 Min. Lesezeit
Eine tolle taktische und vor allem kämpferische Leistung wurde belohnt und der VfB erreichte gegen Aufstiegsanwärter Würzburger Kickers ein nicht ganz unverdientes 1:1 (0:0). Während die Kickers mit dem Unentschieden nicht zufrieden sein können, hat der VfB seinen 5. Tabellenplatz in der Regionalliga Bayern bestätigt und bereits zehn Spieltage vor dem Saisonende die vielleicht magischen 40 Punkte erreicht. Klasse Jungs!
Dabei musste Trainer Dominik Haußner in seine Trickkiste greifen, da sich im Abschlusstraining Innenverteidiger Daniel Spies eine Zehe gebrochen hatte und wohl drei bis vier Wochen ausfallen wird. Seit über einem halben Jahr fehlt auch schon Mustafa Fatiras, der sich die Kniescheibe ausgekugelt hatte. Jetzt muss er noch einmal unter "das Messer". Elias Herger saß nach seiner Kopfverletzung zwar auf der Bank, sollte jedoch nur im Notfall eingreifen. Johannes Mayer war unter der Woche krank, spielte aber dennoch. "Alleskönner" Jonathan Grimm rückte in die Viererkette und zusammen mit Bastian Bösl bedeutete dies: "Lufthoheit VfB - hier kein Durchkommen!" Dabei setzten die Gäste im Zentrum auf Tarsis Bonga. Der 29jährige und 197 cm große Bonga absolvierte in der Saison 21/22 auch schon drei Bundesligaspiele für den Vfl Bochum, war schon der auffälligste Würzburger Spieler. Ungemein viel unterwegs, brutal laufstark und trotz seiner Größe ein herausragender Techniker zeigte er stets Präsenz. Aber - auch das half nichts, denn bis auf einen einzigen Kopfball in der Nachspielzeit waren Bösl, Grimm und Co. stets aufmerksam!
Kapitän Jonas Fries war wieder mit dabei und im Sturmzentrum ackerte Timo Meixner nach seiner Gelb-Rot Sperre.
1035 Zuschauer bildeten einen tollen Rahmen. 36 Einlaufkinder der DJK Raitenbuch begleiteten die Mannschaften auf das Spielfeld! Und es war ein Treffen ehemaliger "Größen" des VfB. Kevin Mutove (seit Februar bei Borussia Dortmund II) war ebenso im HIRSCH-Sportpark wie Leo Eberle (Kapitän beim 1. FC Nürnberg II und zu Gast am 18. April zum Punktspiel). Jonas Halbmeyer (jetzt Co-Spielertrainer beim Landesligisten Ehekirchen), der Vater von Daniel Haubner, der Vater von Michael Hofstetter (Taktomat) und Felix Keidel, Profi bei Zweitligist SV Elversberg, waren auch sehl willkommene Gäste.
Würzburg übernahm von Beginn an das Kommando, biss sich aber an der Defensive des VfB die Zähne aus. Auffällig war die körperliche Präsenz der Gäste. Nicht unfair, aber sehr effektiv wurden die Zweikämpfe angegangen und häufig gewonnen. Ein kleiner Rempler hier, ein kleiner Rempler da und es folgte der Ballgewinn. Nach rund 25 Minuten fand der VfB aber besser ins Spiel, doch zwei Abschlüsse waren zu harmlos und Torhüter Hipper (jahrelang bei 1860 München im Tor) hatte keine Probleme. Aber auch auf der Gegenseite musste Keeper Nikolai Sauernheimer kaum eingreifen, da die Abschlüsse der Gäste das Ziel, sprich Tor, verfehlten.
Zwei Minuten nach dem Seitenwechsel gab es rund 22 Meter vor dem Tor des VfB einen Freistoß und der brachte die Kickers mit 1:0 in Führung. Ebrahim Farahnak setzte das Leder über die Mauer knapp neben den Pfosten ins Tor. Jubel im Gästeblock, der mit rund 250 Fans voll besetzt war und für eine tolle Stimmung sorgte. Wobei manchmal die Grenzen des Erlaubten überschritten wurden.
Würzburg setzte nicht nach und der VfB wurde aktiver. Klar, es fehlten die guten Möglichkeiten, aber mit Einsatz, Leidenschaft und Mut wurde der VfB immer griffiger. Jonas Fries musste nach 55 Minuten angeschlagen raus und Daniel Hofrichter kam ins Spiel. Dani machte nach seiner Kreuzbandverletzung ein tolles Spiel. Gewann viele Zweikämpfe und kurbelte mit genauem Passspiel an.
Dann die 66. Minute und Eckball für den VfB von der rechten Seite. Timo Meixner zieht das Leder scharf an den ersten Pfosten, Bastian Bösl verlängert, wer sonst als Lucas Schraufstetter läuft am zweiten Pfosten ein und trifft hoch unter die Latte zum 1:1!!!
Kurz darauf kommen Lorenz Rachinger und Aurel Kuqanaj ins Spiel und beide liefern voll ab. Auf der Gegenseite zieht Trainer Schiele seine letzten Trumpfkarten. Martin Thomann, Dion Berisha, Cherif Cisse und Dominic Noa Schmidt sollen für frischen Wind sorgen.
Plötzlich hat sogar der VfB die besseren Chancen, doch zu zentral schließt der emsige und lauffreudige Pascal Schittler ab und ein wuchtiger Schuss von Aurel Kuqanaj wird gerade noch geblockt.
Erst in den letzten Minuten zünden die Gäste noch einmal den Turbo. Flanken auf Flanken segeln in den Strafraum. Bei einer Ecke haben sich 12, ja zwölf Spieler, um Torhüter Sauernheimer im Fünfmeterraum versammelt. Es wird gedrückt und geschoben, doch auch in diesen Situationen behält der VfB die Oberhand. Nur einmal fliegt Tarsis Bonga heran, doch sein Kopfball landet knapp über dem Kasten. Nach 94 Minuten ist Schluss und die Jungs dürfen völlig zu Recht jubeln und stolz sein über diese tolle Leistung.
VfB: Sauernheimer, Mayer (70. Rachinger), Grimm, Bösl, Lamprecht, Fries (55. Hofrichter), Schraufstetter, Schittler, Beusch (70. Kuqanaj), Meixner, Nitaj
SR: Felix Grund
Zuschauer: 1035
Tore: 0:1 (47.) Ebrahim Farahnak, 1:1 (66.) Lucas Schraufstetter





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